«Was wär ich, ohne dass ich täte, was ich bin.»

Lukas Vogelsang, Chefredaktor und Verleger zum Tod von Gerhard Johann Lischka (1943 – 2026)

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  • Kul­tur und Nachhaltigkeit

    Kul­tur und Nachhaltigkeit

    Der Begriff Nach­hal­tig­keit ist in der Defi­ni­ti­on vor allem besetzt durch öko­lo­gi­sche, ener­ge­ti­sche und mora­li­sche The­men. In der Kul­tur­för­de­rung wird «nach­hal­tig inves­tiert», und man meint damit Gebäu­de­ma­nage­ment, Betriebs­öko­no­mie, sozia­le Teil­ha­be und fai­re Anstel­lungs­be­din­gun­gen. Ziel die­ser Nach­hal­tig­keits­de­fi­ni­tio­nen sind lang­fris­ti­ge, kri­sen­fes­te Finan­zie­rungs- und Orga­ni­sa­ti­ons­mo­del­le für Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Doch das Wich­tigs­te geht kom­plett vergessen. Jähr­lich inves­tie­ren wir als Gesell­schaft in der Schweiz gemein­sam Geld in die Berei­che Kul­tur und Kunst, in die Krea­tiv­wirt­schaft, um so das imma­te­ri­el­le, geis­ti­ge Wachs­tum der Gemein­schaft vor­an­zu­trei­ben. Wir wol­len mit­ein­an­der und von­ein­an­der ler­nen, uns gemein­sam aus­tau­schen, mora­li­sche The­men dis­ku­tie­ren, debat­tie­ren und so als mün­di­ge Men­schen wei­ter­kom­men. Die Idee ist,… ... weiterlesen....

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  • Sturm- und Fall­hö­hen ero­ti­scher Frauenfantasien

    Sturm- und Fall­hö­hen ero­ti­scher Frauenfantasien

    «Allein gelas­sen von mei­nem Seg­ler, ging ich in den letz­ten Wochen öfter in die Bar Mona­co. Da traf ich IHN. Dunk­le, locki­ge Haa­re, dich­te Augen­brau­en, Hän­de, die zupa­cken kön­nen; die Mus­keln spiel­ten unter sei­nem eng anlie­gen­den Shirt. Sein Geruch war herb, er war gross, jung, und wäh­rend ich den Schaum mei­nes Cap­puc­ci­nos leck­te, ver­schlang er mich mit sei­nen Bli­cken. Ein süf­fi­san­tes Lächeln umspiel­te sei­ne Lip­pen, als ich mich auf den Weg zur Toi­let­te erhob – und da war er plötz­lich, ganz nah. Ich spür­te sei­nen Kör­per an mei­nem Rücken und wur­de bei­na­he ohnmächtig.» Kei­ne Angst, lie­bes Publi­kum, ich bin nicht… ... weiterlesen.

  • Der Unter­gang der guten Absich­ten: Lio­nel Shriver

    Der Unter­gang der guten Absich­ten: Lio­nel Shriver

    Lio­nel Shri­ver ist gross­ar­tig, aber in Deutsch­land ist ihr Stern schon lan­ge gesun­ken. Als Til­da Swin­ton 2011 die ein­drück­li­che Rol­le der Mut­ter eines Amok­läu­fers spiel­te, in einem Film basie­rend auf dem Roman Shri­vers, war dies noch anders. Der Deutsch­land­funk lieb­te Lio­nel Shri­ver, die sich einen Män­ner­na­men gab, um über­haupt publi­zie­ren zu kön­nen, über alle Mas­sen. Auch noch 2018 lob­te der Deutsch­land­funk den dys­to­pi­schen Roman Shri­vers «Eine ame­ri­ka­ni­sche Fami­lie». Herr­lich «poli­tisch unkor­rekt» und amü­sant sei die Geschich­te, die doch unfass­bar düs­ter aus­fällt. Seit Shri­ver jedoch mit «Mania» einen bis­si­gen Roman über das Feuil­le­ton sel­ber ver­fasst hat, hören wir nichts mehr von den… ... weiterlesen.

  • «nice to have!»

    «nice to have!»

    Ich suche seit Jah­ren nach poli­ti­schen Erklä­run­gen, war­um Kul­tur und Kunst so wich­tig sind. Das klingt aus der Feder des Chef­re­dak­tors der gröss­ten Kul­tur­zeit­schrift der Schweiz, der seit einem Vier­tel­jahr­hun­dert ein rie­si­ges Archiv an Bei­trä­gen zu Kul­tur und Kunst ver­öf­fent­licht hat, sicher eigen­ar­tig. Par­al­lel sehen und spü­ren wir aber alle, dass da irgend­wo ein Feh­ler im Sys­tem ist: Wir inves­tie­ren als Gesell­schaf­ten jähr­lich Mil­lio­nen in «Kul­tur», doch irgend­wie geht’s nicht vor­an. Und ohne Kul­tur, das sehen wir zur­zeit ganz gut in der Welt, zer­bre­chen Gesell­schaf­ten. Ein Arti­kel, der schon seit 25 Jah­ren geschrie­ben wer­den müss­te: Durch ein Gespräch mit einem… ... weiterlesen.

  • Messa­li­na. Intri­gen, Macht und Orgi­en im anti­ken Rom und dar­über hinaus

    Messa­li­na. Intri­gen, Macht und Orgi­en im anti­ken Rom und dar­über hinaus

    Da die zeit­ge­nös­si­sche Poli­tik nur Migrä­ne ver­ur­sacht, höre ich stun­den­lang Pod­casts zum Unter­gang des Römi­schen Rei­ches und ler­ne die Ili­as aus­wen­dig, in Alt­grie­chisch nota­be­ne. Letz­te­res ist nur teil­wei­se geschum­melt, aber nach der Lek­tü­re des gross­ar­ti­gen Buches von Honor Car­gill-Mar­tin, «Intri­gen, Macht und Orgi­en im anti­ken Rom», weiss ich, dass ich als Frau punk­to Nar­ra­ti­ve eh kei­ne Chan­ce habe und erzäh­len, ja sein kann, was und wer ich will; die Nach­welt wird mit ihren Pro­jek­tio­nen und nicht über mein wah­res Leben berich­ten. Der Dich­ter Juve­nal (60–130 n. Chr.) nahm sich der Kai­se­rin Messa­li­na über fünf­zig Jah­re nach ihrem Tod an. Juve­nal… ... weiterlesen.



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Ausser WIR tun es!

Und dann reden wir und reden und alle haben eine Meinung: Die anderen müssen was tun. Auch das hat viel mit Kultur zu tun. Wir Menschen müssen handeln, und durch das, wie wir handeln, entsteht das Zusammenleben, das gemeinsame Leben hier auf diesem Planeten. Ein Yoga-Guru hat mal gesagt: «Wir sind geistige Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen auf der Erde.» Mir gefällt dieses Bild und es nimmt der «Meinungskonzentration» ihre Kraft. Auch die KI wird damit zurückgestellt und natürlich auch ein weiteres Mal die DespotInnen, die mit erhobenen Fäusten auf andere Menschen einschlagen.

Darum sind Kultur und Kunst nicht einfach reine Unterhaltung. In diesen Bereichen spiegelt sich das Schaffen der Menschheit – ja, natürlich nicht immer in der besten Qualität. Oft sind diese Branchen genauso korrupt und unehrlich wie eben im normalen Arbeitsalltag. Der wichtigste Unterschied ist allerdings, dass die KulturjournalistInnen dem Kulturschaffen und Kunstschaffen und «dem, was der Mensch erschafft», eine Definition geben, es beschreiben und archivierbar machen. Und so werden Kultur und Kunst erst wichtig. Ein altes Indianersprichwort, welches wahrscheinlich noch nie ein Indianer ausgesprochen hat, besagt: «Vergiss nie, woher du kommst.»

Das ist der Grund, warum Kulturzeitschriften historischen Wert haben. Und mich beängstigt, dass gerade der Kulturjournalismus langsam ausstirbt und wir das gesamte Geld der Kulturförderung (immerhin fast 3 Milliarden Steuergelder in der Schweiz pro Jahr, plus nochmals so viel von Stiftungen und privaten UnterstützerInnen) in das Vergessen investieren: Wir haben keine Ahnung, was mit dem Geld letztes Jahr aufgebaut wurde und welche «Investitionen in die Gesellschaft» wir erreicht haben. Niemand schaut zurück.

Darum mein Aufruf: abonniert eine Kulturzeitschrift, auch wenn es nicht euer Hauptinteresse ist (beim ensuite-Jahresabo läuft grad eine Aktion!). Medien leben davon und sie dokumentieren einen Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Beim «ensuite» ist das immerhin ein Vierteljahrhundert und mindestens 12’000 Artikel, die produziert wurden und damit ein riesiges historisches Archiv erschaffen haben. Unnötig zu erläutern, dass der Verlag komplett unterbezahlt, sogar mit Schulden, unterwegs ist. Wofür? Damit SchweizerInnen und die Welt nicht vergessen … Absurd, oder?

Deswegen: Ausser WIR tun es!

KULTURTICKER

  • Jah­res-Abon­ne­ment

    AKTION 25 JAHRE, EIN VIERTELJAHRHUNDERT FÜR KULTUR & KUNST IN UND UM DIE SCHWEIZ! Die Akti­on läuft bis zum 31. Dezem­ber 2026! Äs het solang’s het!  In unse­ren monat­li­chen Hef­ten publi­zie­ren wir viel­sei­ti­ge und vor allem unab­hän­gi­ge Kul­tur­in­for­ma­tio­nen, Hin­ter­grün­de, Mei­nun­gen. Dabei geht es um mehr als nur Kunst, Tanz, Thea­ter, Film, Lite­ra­tur, ein biss­chen Musik und…

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    Werbung in eigener Sache ...