Leitartikel
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Hört endlich auf mit den Griechen!
Während der Produktion der letzten Ausgabe von ensuite stiess ich beim Platzieren eines Bildes von Hannah Arendt in der Bildlegende auf den Aufnahmeort: «1. Internationaler Kulturkritiker-Kongress» in München, 1958. Die Frage stellte sich umgehend: Gab es weitere Kongresse, und was wurde an diesem Kongress besprochen? Damit begann eine intensive Begriffsaufarbeitung. Und gleich vorweg: Nein, es gab nie mehr einen KulturkritikerInnen-Kongress. Das müssen wir nachholen. Aber kennen Sie, liebe LeserInnen, noch KulturkritikerInnen? Nein, das sind nicht jene, die Kunst kritisieren, sondern jene, die den Begriff Kultur aus dem gesellschaftsunterhaltenden Teil wieder herausoperiert haben und im Sinne der «Altera Natura» (Lateinisch für… ... weiterlesen....
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Neue Beiträge
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Kultur und Nachhaltigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit ist in der Definition vor allem besetzt durch ökologische, energetische und moralische Themen. In der Kulturförderung wird «nachhaltig investiert», und man meint damit Gebäudemanagement, Betriebsökonomie, soziale Teilhabe und faire Anstellungsbedingungen. Ziel dieser Nachhaltigkeitsdefinitionen sind langfristige, krisenfeste Finanzierungs- und Organisationsmodelle für Kultureinrichtungen. Doch das Wichtigste geht komplett vergessen. Jährlich investieren wir als Gesellschaft in der Schweiz gemeinsam Geld in die Bereiche Kultur und Kunst, in die Kreativwirtschaft, um so das immaterielle, geistige Wachstum der Gemeinschaft voranzutreiben. Wir wollen miteinander und voneinander lernen, uns gemeinsam austauschen, moralische Themen diskutieren, debattieren und so als mündige Menschen weiterkommen. Die Idee ist,… ... weiterlesen.
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Sturm- und Fallhöhen erotischer Frauenfantasien
«Allein gelassen von meinem Segler, ging ich in den letzten Wochen öfter in die Bar Monaco. Da traf ich IHN. Dunkle, lockige Haare, dichte Augenbrauen, Hände, die zupacken können; die Muskeln spielten unter seinem eng anliegenden Shirt. Sein Geruch war herb, er war gross, jung, und während ich den Schaum meines Cappuccinos leckte, verschlang er mich mit seinen Blicken. Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen, als ich mich auf den Weg zur Toilette erhob – und da war er plötzlich, ganz nah. Ich spürte seinen Körper an meinem Rücken und wurde beinahe ohnmächtig.» Keine Angst, liebes Publikum, ich bin nicht… ... weiterlesen.
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Der Untergang der guten Absichten: Lionel Shriver
Lionel Shriver ist grossartig, aber in Deutschland ist ihr Stern schon lange gesunken. Als Tilda Swinton 2011 die eindrückliche Rolle der Mutter eines Amokläufers spielte, in einem Film basierend auf dem Roman Shrivers, war dies noch anders. Der Deutschlandfunk liebte Lionel Shriver, die sich einen Männernamen gab, um überhaupt publizieren zu können, über alle Massen. Auch noch 2018 lobte der Deutschlandfunk den dystopischen Roman Shrivers «Eine amerikanische Familie». Herrlich «politisch unkorrekt» und amüsant sei die Geschichte, die doch unfassbar düster ausfällt. Seit Shriver jedoch mit «Mania» einen bissigen Roman über das Feuilleton selber verfasst hat, hören wir nichts mehr von den… ... weiterlesen.
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«nice to have!»
Ich suche seit Jahren nach politischen Erklärungen, warum Kultur und Kunst so wichtig sind. Das klingt aus der Feder des Chefredaktors der grössten Kulturzeitschrift der Schweiz, der seit einem Vierteljahrhundert ein riesiges Archiv an Beiträgen zu Kultur und Kunst veröffentlicht hat, sicher eigenartig. Parallel sehen und spüren wir aber alle, dass da irgendwo ein Fehler im System ist: Wir investieren als Gesellschaften jährlich Millionen in «Kultur», doch irgendwie geht’s nicht voran. Und ohne Kultur, das sehen wir zurzeit ganz gut in der Welt, zerbrechen Gesellschaften. Ein Artikel, der schon seit 25 Jahren geschrieben werden müsste: Durch ein Gespräch mit einem… ... weiterlesen.
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